;


Verlegeplatten - Arten & Anwendungen

Verlegeplatten bieten Ihnen eine Fülle an Materialien, die Ihnen helfen, den richtigen Boden in Ihren vier Wänden zu verlegen. Der Werkstoff Ihrer Wahl sollte dabei flexibel genug sein, um alle Unebenheiten ausgleichen zu können. Er sollte beständig genug sein, um auch über lange Zeit die Form beizubehalten, ohne Bodenwellen aufzuwerfen. Die Vielfältigkeit an unterschiedlichen Kräften, die auf den Fußboden wirken, müssen vom Material aufgenommen, verteilt und an die tragende Konstruktion weitergegeben werden. Gegen sämtliche Klimafaktoren wie Hitze und Feuchtigkeit sollte das Material unempfindlich sein.
Auch wenn jeder Anwendungsfall individuell unterschiedlich ist, finden Sie hier sicher die richtige Lösung für Ihren Fußboden.

OSB-Platten (Oriented Strand Board)

In den letzten Jahren findet dieser Baustoff zunehmend Verwendung. Es handelt sich dabei um Grobspanplatten, die meist aus drei Schichten mit langen, schmalen Spanstreifen (Strands) hergestellt und mittels eines Bindemittel zusammengehalten werden. Die Spanstreifen sind dabei schichtweise längs oder quer angeordnet, wodurch Kräfte verteilt werden, was den Verlegeplatten aber auch eine unterschiedliche Festigkeit je nach Richtung gibt. Entsprechend behandelt lassen sich OSB-Platten auch im Feuchtbereich einsetzen (OSB/3 und OSB/4). Immer häufiger werden OSB-Platten nicht nur für die Unterkonstruktion genutzt, sondern auch direkt als Bodenbelag.

Boden aus OSB-Platten Boden aus OSB-Platten

Spanplatten (auch Flachpressplatten)

In der Regel bestehen Spanplatten aus zwei Deckschichten mit feinen und einer Mittelschicht aus gröberen, unregelmäßigen Spänen. Mit Leim und unter Druck und Hitze wird daraus die fertige Spanplatte, aus der geglättet und geschliffen die fertige Verlegeplatte entsteht. Die Gleichmäßigkeit der Späne ermöglicht dieser Platte besonders gut, sich in alle Richtungen gleich auszudehnen. Das ist besonders wichtig bei schwimmend verlegten Böden, also Böden die nicht mit dem Untergrund verschraubt sind. Ein effektiver Schallschutz wird somit ermöglicht. Auch wenn es Ausnahmen gibt (z.B. P5 oder P7), so gelten Spanplatten als ungeeignet für die Nutzung in Feuchtbereichen.

Spanplatten Spanplatten

Sperrholzplatten (mehrlagig)

Verlegeplatten aus Sperrholz bestehen aus mindestens drei Holzlagen, deren Faserverlauf rechtwinklig zueinander verlaufen. Alle guten Eigenschaften von Holz als Baustoff werden so weitgehend beibehalten und das Quell- und Schwindverhalten wird über die gesamte Fläche ausgeglichen. Die ungebrochenen Fasern der Holzlagen bewirken zudem eine hohe Biegefestigkeit der Verlegeplatten. Außensperrholz können Sie sogar für die Verwendung in Feucht-, Nass- oder Kühlräumen nutzen.

Sperrholzplatte Sperrholzplatte

Gipskartonplatten (auch Gipsplatten genannt)

Gipskartonplatten erhalten Ihre hohe Stabilität aus der beidseitigen Kartonage. Diese nimmt die Zugkräfte auf, während der Gips die übrigen Kräfte verarbeitet und dem Material seine Eigenschaften gibt. Gipsplatten ermöglichen durch ihr geringes Gewicht eine schnelle Verarbeitung und zeichnen sich durch hohen Feuerwiderstand aus. Wegen der Kartonage als Nährboden für Mikroorganismen eignen sich Verlegeplatten aus Gipskarton weniger für Außenbereiche oder Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die einfache Bearbeitung der Platten gibt Ihnen jedoch den nötigen Spielraum bei der kreativen Gestaltung unregelmäßig geformter Bodenelemente.

Gipskartonplatten als Wandverkleidung Gipskartonplatten als Wandverkleidung

Gipsfaserplatten (Fermacell)

Gipsfaserplatten sind für Böden geeignet, die in der Lage sein müssen, mehr als die übliche Belastung auszuhalten. Sie können Lasten von bis zu 5,0 kN/m² aufnehmen (zum Vergleich im normalen Wohnraum rechnet man mit 2 - 2,5 kN/m² oder 200–250 kg/m²), bieten Brandschutz bis F 120 und vermeiden Schimmelbildung durch den Verzicht auf Kartonage. Mit besonders beschichteten Gipsfaserplatten können Sie sogar einen Trockenestrich verlegen, der für die Verwendung im Krankenhaus geeignet ist, ohne den langen Trocknungsprozess abwarten zu müssen. Selbst eine direkte Befliesung oder das Verlegen einer Fußbodenheizung wird Ihnen problemlos mit diesen Verlegeplatten gelingen.

Deckenbekleidung mit Fermacell Gipsfaserplatten

Die wichtigsten Punkte im Überblick

OSB-Platten

  • Allzweckplatte
  • als direkter Bodenbelag nutzbar
  • auch für Feuchtbereiche geeignet

Spanplatten

  • gut für schwimmende Böden
  • gleichmäßige Ausdehnung
  • nur für Trockenbereiche

Sperrholzplatten

  • Ausgleich im Quell- und Schwindverhalten
  • hohe Biegefestigkeit
  • hohe Belastbarkeit

Gipskartonplatten

  • leichte Handhabung
  • leichte Bearbeitung
  • hoher Feuerschutz

Gipsfaserplatten

  • sehr hohe Belastbarkeit
  • unempfindlich gegen Mikroorganismen
  • hoher Feuerschutz