Bei der Dämmung von Fußböden, Wänden, Decken, Fassaden und in vielen anderen Bereichen kommen oft die beiden Baustoffe EPS (Styropor®) und XPS (Styrodur®) zum Einsatz. Sie ähneln sich stark, unterscheiden sich jedoch in einigen wichtigen Punkten. Im Folgenden deshalb ein kleiner Überblick, der Ihnen die Entscheidung für das ein oder andere Material erleichtert.

Styropor® - expandiertes Polystyrol (EPS)

Styropor® / EPS-Platten Styropor® / EPS-Platten

Die Bezeichnung Styropor® ist ein geschützter Handelsname der Firma BASF. Offiziell heißt dieser Werkstoff expandiertes Polystyrol oder kurz EPS. Er wird zu zahlreichen Produkten verarbeitet und ist auch als Dämmstoff sehr beliebt. EPS zeichnet sich durch viele positive Eigenschaften aus, bei der Verwendung als Dämmmaterial spielt jedoch vor allem seine äußerst geringe Wärmeleitfähigkeit (0,020 – 0,040 W/(mK)) eine entscheidende Rolle. Expandiertes Polystyrol sorgt dafür, dass die Wärme nicht nach außen entweichen kann und kommt beispielsweise bei der Dachbodendämmung, aber auch bei der Dämmung kompletter Fassaden zum Einsatz. Die Baustoffklasse nach DIN 4102 lautet B1, was bedeutet, dass EPS schwer entflammbar ist. EPS hat außerdem den Vorteil, dass es sich leicht zuschneiden und auf andere Weise bearbeiten lässt. Aus diesem Grund wird es auch gern von Heimwerkern, die keinen großen Geräte- und Maschinenpark besitzen, genutzt. Weiterhin finden Sie dieses Material häufig in Verpackungen von Elektrogeräten o.ä. zum Schutz vor Transportschäden.

Styrodur® - extrudiertes Polystyrol (XPS)

Styrodur® von BASF

Ähnlich positive Eigenschaften hat Styrodur® (ebenso eine Marke der Firma BASF). Die offizielle Bezeichnung des Materials lautet extrudiertes Polystyrol, kurz XPS. Styrodur® wird umgangssprachlich oft als Synonym von XPS verwendet und unterscheidet sich von Styropor® dadurch, dass es feinporiger ist. Während beim Styropor® kleine Perlen zu erkennen sind, besitzt Styrodur® eine sehr viel gleichmäßigere Struktur. XPS sorgt durch seine Wärmeleitfähigkeit (ebenfalls 0,020 – 0,040 W/(mK)) und seine höheren Dichte (25 – 45 kg/m³) für eine noch bessere Wärmedämmung. Darüber hinaus ist es robuster, druckstabiler und weniger empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Es eignet sich deshalb auch für die Isolierung von Kellerwänden. Es ist ebenso mit der DIN 4102 Baustoffklasse B1 (schwer entflammbar) ausgezeichnet. Styrodur® unterscheidet sich aber auch optisch von Styropor®. Um Verwechslungen zu verhindern, wird es bei BASF grün gefärbt. Bei anderen Herstellern ist das XPS lila, rosa oder blau, während Styropor® in der Regel weiß ist.

Die Herstellung von Styropor®

Polystyrol entsteht bei der Polymerisation von Styrol, das aus Erdöl hergestellt wird. Wird es im Anschluss mit Wasserdampf und dem Treibmittel Pethan behandelt, bläht es sich auf und es entstehen die für Styropor® typischen kleinen Perlen. Sie bilden sich aus dem Polystyrol-Granulat, das stark expandiert und ein Volumen annimmt, das um das bis zu 50-fache seiner ursprünglichen Größe beträgt. Aus diesem Grund bekam der bei diesem Verfahren entstehende Werkstoff den Namen expandiertes Polystyrol. Er wird nach dem Aufblähen auf unterschiedliche Weise weiterverarbeitet. So können zum Beispiel die entstandenen Perlen nochmals aufgeschäumt und miteinander verschweißt werden. Dadurch entstehen großformatige Blöcke, die sich zu Platten auftrennen lassen. Alternativ behält das Styropor® seine kugelige Form. Diese Variante wird häufig zur Dämmung von Hohlräumen genutzt, denn die Kugeln lassen sich mit entsprechenden Geräten selbst in kleine Zwischenräume blasen. Ein weiteres Produkt ist EPS als Rollenware, das vor allem bei der Trittschalldämmung von Fußböden zum Einsatz kommt.

Sehr viel aufwändiger: die Herstellung von Styrodur®

Bei der Herstellung von Styrodur® wird das Ausgangsmaterial Polystyrol zunächst geschmolzen und mit Kohlendioxid und einem Brandschutzmittel vermischt. Im Anschluss wird es durch Düsen gepresst, aufgeschäumt und in Formen zu Platten verpresst. Dieser Vorgang wird als extrudieren bezeichnet, deshalb bekam der auf diese Weise entstandene Werkstoff die Bezeichnung extrudiertes Polystyrol. Weil die Herstellung von XPS bedeutend aufwändiger und energieintensiver als das Verfahren zur Herstellung von EPS ist, sind die Preise von XPS entsprechend höher.

Die Möglichkeiten der Wiederverwertung

Styrodur® von BASF

Polystyrol lässt sich theoretisch zerkleinern oder zermahlen, um es beispielsweise beim Betonieren von Flächen als Zuschlag zu verwenden. Meist ist es jedoch durch Kleber oder andere Fremdstoffe verunreinigt, sodass es für diese Art Recycling oft nicht in Frage kommt. Derzeit wird Polystyrol deshalb meist in Öfen verbrannt, um aus der hierbei entstehenden Hitze Energie zu gewinnen.

Durch eine spezielle Recycling-Technik können entsorgte EPS-Produkte zerkleinert und wieder aufbereitet werden, was Styropor® so zu einem langlebigen wiederverwertbaren Rohstoff macht.